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Nachwort zu "Das Galaktikum"
2. Auflage © 2000 Blitz-Verlag

Für die Nostalgiker unter Ihnen - und für solche, die es gewiss noch werden - tauche ich auf, aus dem Reich des Vergessens. Ein Nachwort ist gefragt. Von einem, der es wissen sollte: der Mitverfasser vom Galaktikum.

Das Cover ist gedruckt, der Lapsus ist passiert (Anm. Autor: Die Rede ist davon, dass mein Name auf dem Cover unterschlagen wurde). Jedoch ich war, bin und werde hoffentlich noch ein Weilchen sein. Was hiermit zu beweisen ist: Jung waren wir damals anfangs der Sechziger, enthusiastisch und voller Tatendrang. Die Welt gehörte uns, mehr noch - Raum und Zeit waren unsere ›new frontiers‹, es galt, eine phantastische Welt zu entdecken, Ideen, Werke, Autoren, über die deutschsprachige Insel hinaus. So war das Wiener Fandom eine Keimzelle für einige Talente, die bald den Amateurstatus im Clubmagazin verließen, den Sprung ins Profilager schafften: Kurt Luif alias Neal Davenport, Hubert Strassl alias Hugh Walker, und als Vorreiter Ernst Vlcek und meine Wenigkeit. Beide waren wir talentierte Zeichner, planten ein Graphik-Studium, nicht minder begabte Autoren, setzten uns nach einigen gemeinschaftlichen Arbeiten an den Tisch und beschlossen, das was William Voltz mit seiner ersten SF-Story-Collection im deutschsprachigen Raum schaffte, das schaffen wir auch. Zwei Story-Sammlungen waren alsbald unser Profi-Debut. Es folgte der Roman Die Psycho-Waffe. Abgelehnt. Negative Tendenzen, passte nicht ins Schema. Wir nicht entmutigt, unterbreiteten ein Exposé für einen Zyklus, dessen dritter Teil Die Psycho-Waffe sein sollte. Angenommen.

Während Ernst Vlcek noch einem Beruf nachzugehen hatte, war ich zu dieser Zeit bereits ›Voll-Profi‹ - schreckliches Wort! Ich arbeitete als Literatur-Agent (noch ein schreckliches Wort), Übersetzer, gemeinsam mit Arnulf D. Krauß als Herausgeber von - für die damalige Zeit ›bahnbrechenden‹ - Anthologien im Heyne-Verlag. Und zeichnete (ha, Ernstl und ich machten sogar einige SF-Cartoons), und schrieb (gemeinsam besprachen wir das Thema, arbeiteten das Konzept aus, was der eine schrieb, überarbeitete der andere).

Es kam die Zeit, als uns angeboten wurde, für Perry Rhodan zu schreiben. Ich stellte es meinem Freund frei, diese Chance zu ergreifen - allein. Er bewältigte die Aufgabe mit Bravour. Mich verschlug es in die Schweiz, als Freischaffender bekam ich keine Arbeitserlaubnis. Also neue Karriere ins Visier genommen. Ich wurde Kaufmann, dann Computerspezialist, schließlich stolzer Besitzer zweier Juweliergeschäfte. Wenn ich etwas mache, mache ich es ›full power‹. Keine Zeit für anderes.

Jetzt habe ich der Schweiz ade gesagt, lebe hier auf Mallorca und genieße nach vorne die Aussicht, zur Seite und nach hinten die Hunderte, Tausende von SF-Büchern und -Magazinen, die mein Herzblut waren, und - Nostalgiker, der ich bin - noch sind. Und da macht mich eins mehr wehmütig-froh: Das Galaktikum als Paperback vom BLITZ-Verlag.

Helmuth W. Mommers, im Mai 2000


...Sein Ausstieg aus dem SF-Betrieb war ein grosser Verlust für die deutsche Science Fiction. Hermann Urbanek, Biograph, 1990

...Aber ein Gewinn für all diejenigen, denen ich Vorbild war und für die ich Platz gemacht habe, denn sie haben mich übertroffen. Das ist ein Grund zur Freude, nicht zur Klage. Helmuth W. Mommers, 2000

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